Das Tragen von Atemschutz ist eine besondere Herausforderung für Körper und Kreislauf. Menschen, die mit Atemschutz arbeiten, müssen daher häufig eine arbeitmedizinische Untersuchung durchlaufen. Was bedeutet das bei älterwerdenden Belegschaften?

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung G26 Die arbeitsmedizinische Vorsorge für Atemschutzgeräte ist auch unter „G 26“ bekannt. Sie soll gewährleisten, dass Mitarbeiter für das Tragen des Atemschutzes geeignet sind, der auf Basis einer Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen bzw. am Einsatzort ermittelt wurde.

Die Atemschutzgeräte werden hierzu in 3 Gruppen eingeteilt. Die Einteilung erfolgt nach dem Gerätegewicht und den Druckdifferenzen, die bei Ein- und Ausatmung überwunden werden müssen:

      • Gruppe 1: Gerätegewicht bis 3 kg und Atemwiderstand bis 5 mbar
      • Gruppe 2: Gerätegewicht bis 5 kg und Atemwiderstand über 5 mbar
      • Gruppe 3: Gerätegewicht über 5 kg und Atemwiderstand über 5 mbar

Für Atemschutzgeräte der Gruppe 1 ist dem Geräteträger eine arbeitsmedizinische Vorsorge nach Grundsatz G 26 in regelmäßigen Abständen lediglich anzubieten. Alternativ kann die Vorsorgeuntersuchung zudem auch auf Wunsch des Geräteträgers erfolgen. Je nachdem spricht man in diesen Fällen von einer Angebotsuntersuchung oder einer Wunschvorsorge.

Kommen Atemschutzgeräte der Gruppen 2 und 3 zum Einsatz, ist die Vorsorgeuntersuchung dagegen verpflichtend. Ohne diese Pflichtvorsorge darf der Beschäftigte den für seine Tätigkeit nötigen Atemschutz nicht tragen und die Tätigkeit dementsprechend nicht ausführen.

Während der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung wird vom Arzt zuerst die Krankheitsgeschichte ermittelt. Danach folgen eine allgemeinärztliche Untersuchung und die Überprüfung des Blutdrucks. Ist der Einsatz von Geräten der Gruppen 2 und 3 geplant, kommen zusätzlich ein Lungenfunktionstest sowie Hör- und Sehtest dazu. Bei Geräten der Gruppe 3 wird zusätzlich ein Belastungs-EKG durchgeführt.

Je nach Alter des Geräteträger und Gerätegruppe gelten dabei folgende Intervalle und Fristen für Nachuntersuchungen:

  • Gruppe 1: Bis 50 Jahre vor Ablauf von 36 Monaten, über 50 Jahre vor Ablauf von 24 Monaten
  • Gruppe 2: Bis 50 Jahre vor Ablauf von 36 Monaten, über 50 Jahre vor Ablauf von 12 Monaten
  • Gruppe 3: Bis 50 Jahre vor Ablauf von 36 Monaten über 50 Jahre vor Ablauf von 12 Monaten

Vor dem Hintergrund dieses Tests beschäftigen sich aktuell viele Arbeitgeber mit dem demographischen Wandel und der Frage, welche Alternativen im Bereich Atemschutz genutzt werden können, wenn Belegschaften im Durchschnitt älter werden. Keine einfache Aufgabe, doch Atemschutzhersteller arbeiten bereits an verschiedenen Lösungsansätzen.

Atemschutz, demographischer Wandel und globale Trends

Als demographischen Wandel beschreibt man Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur, oftmals im Hinblick auf durschnittliches Alter sowie Geburtenrate und Sterbefälle. Viele verbinden mit dem Begriff vor allem das zunehmende Durchschnittsalter der Bevölkerung. Nicht ganz zu unrecht: Manche Prognosen besagen, dass schon 2060 jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein wird. Dies könnte sich zu einer großen Herausforderung aus Sicht des Atemschutzes entwicklen. Denn auch wenn das Alter einer Person nicht zwingend etwas über deren körperliche Verfassung aussagt, haben ältere Menschen oft mehr Probleme damit, die G26 Prüfung zu bestehen.
Ein weiterer globaler Trend, der Atemschützern zu schafffen macht, sind mangelnde Bewegung und Fitness in weiten Teilen der Bevölkerung. So kommt es zunehmend vor, dass nicht nur alte Menschen, sondern auch junge Leute keine Eignungsbescheinigung für Geräte der Gruppe 2 oder aufwärts bekommen.Druckluftschlauchgerät mit Volllmaske

Um auf diese Entwicklungen und Trends zu Reagieren, arbeiten Atemschutzhersteller aktuell intensiv an innovativen Lösungen, um die körperliche Belastung durch das Tragen von Atemschutz auf ein Minimum zu reduzieren. Hierbei tritt jedoch noch eine weitere Herausforderung für die Branche zutage, die zunehmende Komplexität von Atemschutzgeräten droht, deren Anwender zu überfordern und zu einem Risikofaktor im Einsatz zu werden.

Druckluft-Schlauchgerät mit Haube: Druckluft-Schlauchgeräte mit Haube und konstantem Volumenstrom stellen die geringste Belastung für den Träger dar. Bei geringem Gewicht fallen diese noch nicht einmal in die Gruppe 1 der Atemschutzgeräte nach G26 Richtlinien, da durch die frei zu und abströmende Atemluft kein erhöhter Atemwiderstand entsteht. Ein weiterer Vorteil: Entsprechende Geräte sind auch für Bart- und Brillenträger geeignet, die keine Vollmasken tragen können. 

Druckluft-Schlauchgerät mit Vollmaske: Auch dieses Atemschutzgerät belastet den Träger sehr wenig und bieten zugleich einen hohen Schutzfaktor. Aufgrund der geringe Anforderungen an das Herz-Kreislaufsystem fallen diese Lösungen i.d.R. unter die Gruppe 1 der Atemschutzgeräte und setzen somit keine Pflichtuntersuchung voraus.

Beide Lösungen sind einfach in der Handhabung, müssen im Vergleich zu Pressluftatmern jedoch über eine externe Quelle mit Atemluft versorgt werden. Dies stellt in aller Regel jedoch kein Problem dar. Selbst wenn Unternehmen nicht über ein Atemluftnetz verfügen, kann die Luft aus Druckluftnetzen aufbereitet werden oder Atemluft über eine mobile Atemluftversorgungslösung wie Flaschenwagen oder Anhänger bereitgestellt werden. BartelsRieger bietet Ihnen hierzu ein breites Angebot an standardisierten Systemen bis hin zu individuellen Sonderlösungen. Wir beraten Sie bei der Auswahl des geeigneten Atemluftversorgungssystems für Ihren Anwendungsfall und bestimmen z.B. für Sie die notwendige Luftlieferleistung. Einen Link zu unserer Auswahl an Atemluftversorgungssystemen finden Sie hier.

 

Weiterführende Links:

Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge (DGUV)

Atemschutzgeräte: Alles Wissenswerte zur G 26-Untersuchung (haufe.de)

Druckluft-Schlauchgeräte von BartelsRieger

Informationen zum demographischen Wandel in Deutschland (bpd)

 

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Unsere PSA- und Atemschutzprodukte sind komplett ausverkauft. Wir können zur Zeit keine Auskunft zu Preis oder Lieferdatum geben. Wir bitten daher, insbesondere von telefonischen Anfragen abzusehen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.