Atemschutz gegen ultrafeine Stäube und Nanopartikel

Materialien, die aus Nanoteilchen hergestellt wurden, bieten als Werkstoff zahlreiche Vorteile. Aus Sicht des Atemschutzes birgt die Technologie aber auch Risiken. Denn bei der Bearbeitung dieser Materialien werden Nanopartikel freigesetzt, die über die Atemwege in den Körper gelangen können.

Nanopartikel und ultrafeine Stäube

Nanopartikel sind künstlich gefertigte Teilchen, aus denen Nanomaterialien hergestellt werden. Sie weisen eine Partikelgröße von 1-100 nm auf. Werden Nanomaterialien eingeatmet, kann dies bei entsprechenden Gefahrstoffen zu Entzündungen und Gewebeschäden, Fibrose und der Bildung von Tumoren führen. Auch das Herz-Kreislauf-System kann betroffen sein. Deshalb ist beim Umgang mit Nanomaterialien besondere Sorgfalt erforderlich.

Neben den Nanopartikeln gibt es noch die sogenannten ultrafeinen Stäube. Als ultrafeine Stäube werden Partikel genannt, die genauso wie Nanopartikel eine Größe von 1-100 nm aufweisen. Die ultrafeinen Partikel entstehen jedoch unabsichtlich, beispielsweise bei thermischen Prozessen oder bei der mechanischen Bearbeitung von Werkstoffen.

Für Menschen, die im ständigen Kontakt mit Nanopartikeln oder ultrafeinen Stäuben sind, ist es wichtig, geeignete Schutzmaßnahmen zu kennen. Die Rang- und Reihenfolge der Schutzmaßnahmen ist dabei in §9 der Gefahrstoffverordnung geregelt. So gilt es nach einer Substituitionsprüfung zunächst technische und organisatorische Maßnahmen zu ergreifen. Kann durch diese eine Exposition nicht ausgeschlossen werden, kommt persönliche Schutzausrüstung zum Einsatz.

Persönliche Schutzausrüstung für Nanopartikel und ultrafeine Stäube

Die besonderen Eigenschaften von Nanopartikeln führen häufig zur Annahme, dass herkömliche Schutzmaßnahmen bei diesen nur eingeschränkt wirksam sind. Insbesondere die geringe Größe der Partikel führt zur Sorge, dass diese nicht durch herkömmliche Filter aufgehalten werden, da diese zu "grobmaschig" sind. Diese Angst ist jedoch unbegründet. Nur Partikel mit einer Größe von mehr als 300 nm werden durch direkten Kontakt mit dem Filtermaterial aufgefangen. Hier ist häufig von Impaktion die Rede, da die Abscheidung durch den Aufprall der Artikel auf das Filtermaterial erfolgt. Kleinere Partikel bleiben dagegen auch durch Elektrostatik oder Diffusion im Filtermaterial haften. Auch Nanopartikel können trotz ihrer Größe also nicht einfach jeden Filter durchdringen.

Untersuchungen haben diese Theorie bestätigt und die DGUV empfiehlt Partikelfilter der Klasse P2 oder höher einzusetzen, um sich vor Nanopartikeln und ultrafeinen Stäuben zu schützen.

Wichtig ist, dass die Atemschutzmasken dicht auf dem Gesicht aufliegen. Im Idealfall sollten Voll- oder Überdruckmasken genutzt werden. Dies gilt insbesondere bei längeren Arbeiten mit gefährlichen Stoffen. Die geltenden Tragezeitbegrenzungen und Regelungen zu arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen beim Tragen von Atemschutz sind zu beachten. Falls keine Vollmaske zum Einsatz kommt, sollte zusätzlich eine geschlossene Schutzbrille getragen werden. Ferner rät die DGUV dazu, Schutzhandschuhe sowie Schutzbekleidung mit Kapuze zu tragen.  Wie bei allen anderen Gefahrstoffen gilt: Arbeitgeber dürfen eine Tätigkeit mit Gefahrstoffen erst aufnehmen lassen, nachdem eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen wurden. Der Artikel ersetzt keine professionelle Beratung oder Gefährdungsbeurteilung. Wenn Sie Fragen zum Thema Atemschutz oder unseren Produkten haben, nutzen Sie unser Kontaktformular. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Weiterführende Links:

Nanoportal der DGUV: Sicheres Arbeiten mit Nanomaterialien

BGI/GUV-I 5149 - Nanomaterialien am Arbeitsplatz

Ultrafeine Aerosole und Nanopartikel am Arbeitsplatz

Schutzmaßnahmen bei Nanopartikeln und ultrafeinen Stäuben

Broschüre zu Arbeitsschutzaspekten von Nanomaterialien der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

 

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