Große Hitze stellt insbesondere für Atemschutzgeräteträger einer besondere Herausforderung dar. Wir erklären, warum das so ist und worauf Sie bei steigenden Temperaturen achten müssen.

Atemschutz bei großer HitzeIm Sommer steigen die Temperaturen auch in Deutschland häufig wieder weit über 30°C. Was in Wohnung oder Büro nur unangenehm ist, kann bei schweren Arbeiten eine extreme Herausforderung darstellen. Das gilt insbesondere für Arbeiten unter Atemschutz. Warum ist das so?

Viele lebenswichtige Prozesse im Körper benötigen eine konstante Körperkerntemperatur, um reibungslos abzulaufen. Bei erwachsenen Menschen liegt diese bei ungefähr 37°C. Diese Temperatur ist im Hypothalamus gespeichert, einem Teil des Gehirns, der die vegetativen Funktionen des Körpers steuert. Registriert dieser eine Abweichung von der Idealtemperatur, leitet er verschiedene Gegenmaßnahmen ein. Die bekannteste dieser Maßnahmen ist das Schwitzen. Auf starke Hitze reagiert der Körper mit einer gesteigerten Schweißproduktion. Verdunstet der Schweiß auf der Haut, sorgt er durch Verdunstungskälte für Kühlung. Einen ähnlichen Effekt erreicht der Körper durch beschleunigte Atmung. Registriert der Hypothalamus eine erhöhte Körpertemperatur, regt er die Atmung an, damit warme Luft in größeren Mengen aus dem Körper herausgeleitet wird.

Diese Maßnahme wird durch Atemschutzgeräte erschwert. Der Ausatemwiderstand vieler Geräte und Filter sorgt dafür, dass Hitze den Körper auf diesem Wege nur eingeschränkt verlassen kann. Die deutsche gesetzliche Unfallversicherung / DGUV sieht daher eine zusätzliche Tragezeitreduzierung für filtrierende Atemschutzgeräte vor. Die üblichen Richtwerte sind ab einer Temperatur von >28°C und einer relativen Luftfeuchte von >78% auf 70% zu reduzieren. (Siehe DGUV-Regel 112-190) Neben dem Verschieben von Arbeitszeiten in die frühen Morgenstunden und Pausen in kühlen / schattigen Plätzen sollte unbedingt genug getrunken werden. Bei körperlicher besonders anstrengender Arbeit 300-500ml ungefähr 2-3mal pro Stunde.

 

Atemschutz im Sommer - was gilt für Privatleute?

Selbstverständlich sollten auch Privatpersonen, die bei großer Hitze Atemschutz tragen, besonders vorsichtig sein. Das gilt nicht nur bei schwerer körperlicher Arbeit, sondern auch bei der Bewältigung von alltäglichen Aufgaben wie dem Gang zum Supermarkt. Insbesondere FFP-Masken ohne Ausatemventil erschweren die Atmung und damit Sauerstoffversorgung und Temperaturregelung des Körpers. Gerade ältere Menschen sollten daher darauf achten, sich beim Tragen von Atemschutz nicht zu überanstrengen. Wer Symptome von Überhitzung wie z.B. Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit verspürt, sollte dringend eine Pause einlegen. Davon abgesehen gilt auch hier: Verlegen SIe anstregende Tätigkeiten am besten in die kühlen Morgenstunden und achten Sie dringend darauf, ausreichend zu trinken.

Weiterführende Links

DGUV-Regel 189: Benutzung von Schutzkleidung
DGUV-Regel 112-190: Benutzung von Atemschutzgeräten
Empfehlungen für heiße Sommertage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin